Zurück

Fachbereich 3
Die Entstehung von Erdöl

Klassisch geht man davon aus, dass Erdöl aus verwesender Biomasse gebildet wird. Hierfür kommen Pflanzen und Tiere infrage.

Neueste Forschungsergebnisse gehen von der Annahme aus, dass Erdöl nicht auf Basis biologischer Abbauprozesse gebildet wird. Die Hypothese von der biologischen Provenienz des Erdöls können wir getrost als falsch ad Acta legen, wie wir gleich sehen werden.

Der US-Geologe Dr. J.F. Kenney hat unter anderem das saudische Ölfeld Ghawar intensiv untersucht. Er hat dabei herausgefunden, dass der Entstehungsprozess anders abläuft, als klassisch angenommen.

Ein Zitat von Dr. Kenney aus dem Jahre 2002:
„Öl stammt nicht von toten Pflanzen oder Tieren, sondern wird in der Hydrierung von gemeinen Gesteinen produziert, unter den Druck- und Temperatur-Bedingungen, wie sie 100 Kilometer unter der Erdoberfläche herrschen.“

Erdöl enthält Kohlen-Wasserstoffe, chem.: CH-Verbindungen. Das C steht für Kohlenstoff, das H für Wasserstoff. Die Frage lautet: wie kommt das Element C in große Tiefe? Gemeint sind 100 km unter der Erdoberfläche.

Bereits im Jahre 2004 gab es einen wegweisenden Laborversuch. Der Geophysiker Henry Scott von der University of Indiana USA, simulierte im Labor die Verhältnisse im Erdinneren.
Er setzte Eisenoxid, Kalkspat, Wasser unter hohen Druck.  Zugleich heizte Laserlicht das Material auf.
Es entstand in diesem Versuch tatsächlich Kohlenwasserstoff (CH).

Zitat von Scott:  „Diese Labor-Ergebnisse stützen die Möglichkeit, dass die Erde in der Tiefe eine eigene Klasse abiotischer Kohlenwasserstoffe hervorbringt.“

Die „Berliner Morgenpost“ schreibt am 16. März 2009:

„Radarmessungen der Raumsonde Cassini belegen, dass der Saturn-Mond Titan hunderte Male mehr flüssige Kraftstoffe als alle Öl- und Gas-Reserven der Erde zusammen besitzt.“
Es ist zu bedenken, dass auf Titan zu keinem Zeitpunkt biologisches Leben existierte, das die dort vorhandenen Kraftstoffe hervorgebracht hätte. Sollte die Erde auf ähnliche Weise wie Titan, Erdöl hervorbringen?

Von Dr. Kenney wissen wir, dass Erdöl in großer Tiefe (etwa 100 km) aufgrund des dort herrschenden Drucks in Verbindung mit großer Hitze, gebildet wird. Aus dem Laborversuch von Henry Scott wissen wir, dass durch Kalkspat (chem. K) und Wasser, durchaus Kohlen-Wasserstoffe gebildet werden können. Das ist allerdings nur aufgrund einer Transmutation möglich, hervorgerufen durch Druck und Hitze.
Das in einer Tiefe von 100 km entstandene Erdöl findet seinen Weg in höher gelegene Kavernen (etwa in 4 bis 6 km Tiefe) durch natürliche Risse und Spalten im Gestein. In diesen Kavernen ist dann das Rohöl für unsere Ölförder-Anlagen relativ leicht zugänglich.



Zitat von Dr. Tischler: „die Erdkruste schwimmt förmlich auf einem Meer aus Öl“. Das heisst: Öl ist im Überfluss vorhanden.
Professor Thomas Gold hielt 1983 in Schweden einen Vortrag über seine Theorie der Öl-Entstehung. Die Schweden waren begeistert, dass auch in ihrer geologischen Gegebenheit mit massivem Urgestein, Erdöl gefördert werden könne. Um dieses zu erhärten, entschloss man sich zu einer Probebohrung. Diese startete 1986 in dem Gebiet „Siljan Ring“ in Schweden.

Das Ergebnis: Man fand Kohlen-Wasserstoffe in Form von  Methan und Pentan sowie Öl-schlamm. Die Investoren waren enttäuscht über das Ergebnis und drehten erst mal den Geldhahn zu. Zu einem späteren Zeitpunkt warf man nochmals die Förderpumpen an und förderte tatsächlich Erdöl, das aus großer Tiefe nach oben gesickert war.
 
Zitat von Professor Profirjew, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften:

„Rohöl und natürliches Erdgas haben keine eigentliche Verbindung mit biologischen Substanzen, die in der Nähe der Erdoberfläche vorkommen. Es handelt sich um Urstoffe, die aus großen Tiefen hervorquellen.“

Russland setzte in der Zeit ab 1940 auf die Förderung von Erdöl, das in großer Tiefe unter massivem Gestein lagert und erschloss bis heute 310 eigene Ölquellen. Es erfolgten Tiefenbohrungen bis ca. 13.000 Meter. Seit etwa 1990 ist Russland aufgrund dieser Technik der größte Ölproduzent der Welt, dadurch auch unabhängig von Öl-Importen.

Vietnam akzeptierte gerne die technische Hilfe der Russen. Die Amerikaner zogen 1973 ab, nachdem sie vergebens in Vietnam nach Öl gesucht hatten. In den 1980er Jahren bohrten die Russen mit ihrem Spezial-Know-How nach Öl. Sie fanden ergiebige Quellen in 5.200 Metern Tiefe, direkt unter Basaltfelsen. Der anfängliche Erfolg von 6.000 Barrel Öl täglich, steigerte sich bis 2008 auf beachtliche 15,4 Millionen Tonnen Erdöl (Jahresproduktion).
Diese Erfolge wurden möglich, weil man die wirkliche Entstehung von Öl durch Druck und Hitze in großer Tiefe verstanden hatte. Nun brauchte man nur noch eine gute Strategie für Tiefenbohrungen und entsprechendes Equipment, das auf die Anforderungen der neuen Explorations-Philosophie optimiert ist.
Es ist leicht einsehbar, dass Deutschland auf die gleiche Weise ebenfalls von Erdöl-Importen unabhängig werden kann. Das Know-How für Tiefenbohrungen lässt sich problemlos transferieren.


Bericht zusammengestellt von Helmut Menne (02.02.2010)


Zurück